Altwied aktuell



Ortsgeschichte

Die Ortsgeschichte von Altwied

Tief eingebettet in eine Schleife des Wiedbachs, überhöht von der umfangreichen Burgruine, liegt Altwied. Die Burg Altwied war der Stammsitz der ersten Grafen zu Wied, erbaut von Metfried Graf im Engersgau als Mittelpunkt seiner Grundherrschaft. Im Anschluß an die Errichtung und den weiteren Ausbau der Burg entstand unter ihrem Schutz in der Talaue seit dem 12./13. Jahrhundert die bäuerlich-bürgerliche Siedlung. Sie wurde im 13., vielleicht auch erst im 14. Jahrhundert, nachdem die Burg ihre größte Ausdehnung erreicht hatte, durch eine ringsum laufende, mit Türmen und Toren bestückte Wehrmauer in das mehrfach gestaffelte Befestigungssystem der ganzen Anlage einbezogen. Als Burgflecken hatte Altwied, auch Nieder- oder Gräfenwied genannt, die gehobene Rechtsstellung eines "gefreiten" Ortes und genoß damit gewisse bürgerliche Vorzüge wie Bürgermeister- und Senatswahl, Befreiung von Frondiensten, bestimmten Reichssteuern und Einquartierungen, Recht auf Bürgerwache, eigen Flurschützen, Schrödermeister (Verladeaufseher) und anderes mehr.


Altwied hat sich, in territorialgeschichtlicher Hinsicht der Vorläufer der Stadt Neuwied, wegen seiner verkehrsabgeschiedenen Lage im engen Wiedtal nie zu einer wirklichen Stadt entwickeln können - erst recht nicht nach der Gründung Neuwieds und dem Abzug der gräflichen Hofhaltung und Regierung in die neue Residenz sowie der Verlegung von Amt und Gericht nach Heddesdorf, beides in der Zeit zwischen 1650 und 1660. Wie eh und je ist der alte Burgflecken nur durch die "ahl Porz" zu erreichen. Mit seinen besonders gut gepflegten Gassen und Häusern, darunter mehrere Fachwerkhäuser des 17. und 18. Jahrhunderts, seiner 500jährigen gotischen Dorfkirche, seinen imposanten Resten der Ortsbefestigung und nicht zuletzt dank seiner reizvollen Landschaftslage errang Altwied 1975 im achten Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" als einer der 31 Sieger unter fast 5000 Konkurrenten die Silberplakette und darf sich seitdem offiziell zu den schönsten Orten der Bundesrepublik zählen.


Altwied, Burg und Ort;
Kupferstich von C. Dupuis, 1785, gestochen von J.F. Volckart


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